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Interview Energieagentur Rheinland-pfalz

Energieagentur Rheinland-Pfalz: Frau Paluch, was hat die Verbandsgemeinde Wörrstadt bewogen, sich um die Teilnahme am Pilotprojekt „dena-EKM“ für kommunales Energiemanagement zu bewerben?

Paluch: Der Zeitpunkt zur Teilnahme am Pilotprojekt passte hervorragend, da zeitgleich das Programm, mit dem wir den Bestand der öffentlichen Liegenschaften verwalten, um das Energiemanagement erweitert wurde. Das kommunale Energiemanagement soll fest in unseren Strukturen verankert werden, um jederzeit ineffiziente Energieverbräuche aufzudecken und gegebenenfalls nachzusteuern. Durch die Teilnahme möchten wir natürlich auch sehen, wo wir im Vergleich zu anderen Gemeinden in Rheinland-Pfalz stehen.

Energieagentur: Was wurde in den vergangenen Jahren bereits aktiv im Bereich Energie und Klimaschutz getan bzw. erreicht?

Paluch: 2012 haben wir ein integriertes Klimaschutzkonzept für unsere Verbandsgemeinde erarbeitet und auch ein Teilkonzept für öffentliche Liegenschaften. Im Teilkonzept wurde der energetische Standard unserer Liegenschaften untersucht und darauf aufbauend wurden Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Aber auch bereits davor wurden beispielsweise die Installation von Photovoltaikanlagen auf Gemeindedächern, die energetische Sanierung von Grundschulen und die Installation einer Solarabsorberanlage im Neubornbad vorangebracht.

2012 gründete die Verbandsgemeinde außerdem den Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt als Anstalt des Öffentlichen Rechts. Er betreibt die gemeindeeigenen Energieerzeugungsanlagen (Windenergieanlage und Photovoltaik-Anlagen), kümmert sich um das Ausgleichsflächenmanagement und die Leitungsnetze.

Besonders stolz sind wir darauf, dass die VG jüngst als „Energie-Kommune“ von der Agentur für Erneuerbare Energien ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung honoriert, dass wir unsere kommunalen Handlungsmöglichkeiten beim Ausbau der Erneuerbaren Energien ausschöpfen, dadurch Wertschöpfungseffekte erzielen und somit die Akzeptanz und Beteiligung der Bürger steigern.

Energieagentur: Welche Themenschwerpunkte haben Sie sich im Rahmen des dena-EKM-Projektes gesetzt und wie gestaltet sich die Umsetzung in der Praxis?

Paluch: Unsere Projektgruppe befasst sich schwerpunktmäßig mit den öffentlichen Liegenschaften, der Straßenbeleuchtung sowie dem betrieblichen Mobilitätsmanagement. Ziel ist es, bis Ende 2015 alle Strom-, Gas- und Wasserverbräuche der öffentlichen Liegenschaften zu erfassen. Mehrere Mitarbeiter arbeiten täglich an der Dateneingabe. In Kürze wird die Innenbeleuchtung der Mehrzweckhalle in Wallertheim auf LED-Technik umgestellt, und die Grundschule Schornsheim wird grundlegend saniert und erhält ein Blockheizkraftwerk. Auch in unserem Verwaltungsneubau werden überwiegend LED-Leuchtmittel eingebaut. Für die Verwaltungsmitarbeiter sollen außerdem Elektro-Fahrräder als Dienstfahrräder angeschafft werden.

Die Umsetzung dieser Projekte wird dazu führen, dass der Energieverbrauch und damit die Energiekosten in den Liegenschaften nochmals sinken werden. Das kommunale Energiemanagement macht es möglich, diese Effekte direkt zu erfassen und sichtbar zu machen.

Energieagentur: Welche Rolle spielen die Energieagentur Rheinland-Pfalz und die dena dabei?

Paluch: Die Energieagentur Rheinland-Pfalz und die dena begleiten nicht nur den Umsetzungsprozess in den teilnehmenden Gemeinden, sie stehen den Gemeinden auch fachlich zur Seite. Die Teilnahme an den regelmäßigen Terminen und der Austausch mit anderen Kommunen ist für uns ein Antrieb, das kommunale Energiemanagement voranzutreiben.

Energieagentur: Worin sehen Sie die größte Herausforderung für die Verbandsgemeinde Wörrstadt und wie gehen Sie damit um?

Paluch: Die größte Herausforderung wird es sein, regelmäßig Daten zu den Verbräuchen zu erheben; nur mit den konsequent gesammelten Daten und der anschließenden Auswertung können Ziele und Maßnahmen definiert werden und deren Umsetzung erfolgen.

Energieagentur: Worin besteht der positive, langfristige Mehrwert des Projekts für die Verwaltung sowie die Bürgerinnen und Bürger?

Paluch: Ein gut funktionierendes Energie- und Klimaschutzmanagement bringt nicht nur den Mehrwert, alle Informationen an einer Stelle gebündelt vorliegen zu haben, sondern es erleichtert auch die tägliche Arbeit. Zudem bedeutet Energieeffizienz auch Kosteneinsparung. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Teamarbeit gestärkt und der Austausch der Mitarbeiter untereinander gefördert werden. Natürlich streben wir auch die Zertifizierung als „dena-Energieeffizienz-Kommune“ an. Damit sind wir als Verbandsgemeinde einer der Vorreiter in Rheinland-Pfalz und erfüllen gleichzeitig unsere Vorbildfunktion gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt finden Sie auf der Seite http://www.energieagentur.rlp.de