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Abschlusskonzert des Jubiläumsjahres mit der Rheinhessischen Bläserphilharmonie 23.11.2012 


Von Ulla Grall
(Allgemeine Zeitung vom 19.11.2012)
Das 40-jährige Bestehen der Verbandsgemeinde Wörrstadt war Anlass für eine Reihe von Veranstaltungen, als deren Abschluss und Höhepunkt das Konzert der Rheinhessischen Bläserphilharmonie stand.


Die Rheinhessische Bläserphilharmonie beeindruckte die Zuhörer beim Jubiläumskonzert in der Sängerhalle Saulheim

Die historische Saulheimer Sängerhalle mit ihrer ausgezeichneten Akustik bildete den geeigneten Hintergrund für den überaus gelungenen Auftritt des Orchesters. Unter der Leitung von Chefdirigent Stefan Grefig stellte das vielköpfige Ensemble - mehr als 40 Musikerinnen und Musiker waren an diesem Abend auf der Bühne - seine Fähigkeit zu harmonischem Klang und exaktem Timing im Zusammenspiel unter Beweis. Bereits mit dem ersten Stück, „Godspeed“ von Stephen Melillo gelang es den Bläsern, das Publikum restlos zu begeistern.

Verbandsgemeindebürgermeister Markus Conrad, der Konzertbesucher wie auch Konzertierende herzlich willkommen hieß, dankte seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, durch deren Einsatz dieser Abend und die vorangegangenen Jubiläumsveranstaltungen möglich wurden. Vor allem betonte er das Sponsoring der Sparkasse Worms-Alzey-Ried, die damit half, die finanzielle Seite des Abends sicher zu stellen. Nur einen kurzen Rückblick gewährte er auf die 40-jährige Geschichte der Verbandsgemeinde, wies aber besonders darauf hin, dass die Chronik in Kürze fertig gestellt und erhältlich ist.
 
Orchestermitglied und Saxophonistin Marion Leoff übernahm die Ansage der weiteren Werke des Abends. Zum von Rolf Rudin nach der gleichnamigen irischen Sage komponierten Stück „Der Traum des Oenghus“ sagte sie: „ Es entführt in eine Traumvision.“ Von den zarten, lockenden Tönen zu Beginn über den furiosen Fortgang bis zum leise-verhaltenen Schluss ließen die Zuhörer sich gerne zum Träumen verführen.
 
In der nächsten, ebenfalls von Stephen Melillo für Bläserensemble konzipierten Komposition „David“, lieh in der musikalischen Version der biblischen Geschichte von David und Goliath die Ingelheimer Sopranistin Ilse Fenger der Figur des David ihre ausdrucksstarke Stimme. Grefig führt sein Ensemble stets überzeugend und deutlich, so dass die Bläser in diesem subtilen Stück nie dominieren, sondern aus menschlicher Stimme und Instrumentenklang ein harmonisches Ganzes entsteht.
 
Unter der Ägide Gräfigs errang die Formation in diesem Frühjahr beim Deutschen Orchesterwettbewerb das Prädikat „hervorragend“ und erreichte in der Konkurrenz der 11 besten Orchester Deutschlands den 3. Platz. Im Vorjahr wurde die Bläserphilharmonie als bestes Blasorchester in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Für bläserischen Nachwuchs sorgt der Verein Carolus Magnus Ingelheimer Kaiserpfalz Bläser e.V., dem die Bläserphilharmonie angehört, durch ihre eigene Musikschule.
 
Dem variantenreichen „Between two rivers“ von Philip Sparke  liegt der Luther-Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ zugrunde. Seine Klangfolge kann im Verlauf des Stückes immer wieder vernommen werden. Das Werk schildert das Leben in der flandrischen Stadt Aalst und die tiefe Frömmigkeit ihrer Bewohner. Nach der Pause brillierten die Hornisten des Ensembles bei „Women in white“ vom bekannten Musical-Komponisten Andrew Lloyd Webber mit zwei wunderschönen Hornsoli. Danach folgte „Tintin – Prisoner of the sun“ von Dirk Brossè, das eine Abenteuer-Episode der belgischen Comicfigur musikalisch illustriert. Den Abschluss bildete das mitreißende „Espania“ von Emanuel Alexis Chabrier, der mit diesem Stück weltberühmt wurde und das wohl jedem der Zuhörer in der einen oder anderen Form schon zu Ohren gekommen ist. Einzelne Motive daraus können geradezu als Synonyme gelten für „spanisches Flair“.
 
Standing Ovations und rhythmisches Klatschen veranlassten den Dirigenten, noch einmal vor sein Orchester zu treten. „Du Dödel von de ebsch Seit“, kündigte er launig als Zugabe an. Unschwer ist der schmissige „Yankee-Doodle“ zu erkennen. Als Markus Conrad zum Abschluss noch einmal das Wort ergreift, meint er mit einem Augenzwinkern: „Es gibt in unserer Verbandsgemeinde Leute, die hervorragend dirigieren können!“